Unerwartet starkes Auftreten von Lea-Marie Wallenhorst

Platz fünf für die Kämpferin der Judo Giants bei der deutschen Meisterschaft U21

Am ersten Tag der Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen und Männer unter 21 Jahren in Frankfurt an der Oder kämpfte Lea-Marie Wallenhorst nach Qualifikation durch einen herausragenden dritten Platz bei der Westdeutschen Einzelmeisterschaft im Februar. Die einzige Teilnehmerin der Ibbenbürener Judo Giants startete nach einer fünfmonatigen Verletzungspause das erste Mal in der Altersklasse U21 und in der für sie ungewohnten Gewichtsklasse -70 kg. Trotz des Vorjahressieges in der Altersklasse U18 waren daher die diesjährigen Erwartungen nicht besonders hoch, der Fokus sollte auf dem Wiedereinstieg in den Wettkampfbetrieb liegen. Umso beeindruckender präsentierte sich Lea-Marie mit großer mentaler Stärke und errang ein Top-Ergebnis.

Im ersten Kampf trat die Ibbenbürenerin gegen Marie Klotsche aus Lichtenberg an. Die Vizemeisterin der Mitteldeutschen Meisterschaft konnte Lea-Marie in einem überlegen geführten Kampf durch druckvollen Griffkampf in die Defensive bringen und schließlich den Kampf vorzeitig durch einen tiefen Tsuri-komi-goshi (Hüftwurf) gewinnen. Der zweite Kampf gegen Malin Neumann aus Frankfurt(Oder) gestaltete sich bereits schwieriger. Die drittplatzierte der letztjährigen deutschen Meisterschaft gilt als gefährliche, körperlich extrem starke Kontrahentin. Lea-Marie gelang es durch eine taktische Kampfgestaltung die Gegnerin in die Passivität zu zwingen und erkämpfte nach einigen Minuten eine Führung durch O-Uchi Gari (große Innensichel), die sie über die gesamte Kampfzeit von 4 Minuten verteidigen konnte. Auch das Viertelfinale gegen Jana Ganza aus Gießen kämpfte Lea-Marie fast über die gesamte Kampfzeit. Gegen die Vizemeisterin der Südwestdeutschen Meisterschaft errang sie bereits im zweiten Angriff eine Wertung, erneut mit einer Sicheltechnik. Den hierdurch aufgebauten Druck konnte sie über die komplette Kampfzeit aufrechterhalten und nutzte eine Unachtsamkeit kurz vor Kampfende, um im Bodenkampf den Sieg zu zementieren.

Hoch motiviert nach dieser herausragenden Vorrunde traf Lea-Marie im Halbfinale auf Tanja Grünewald aus Altenfurt. Die Top-Favoritin im ältesten Jahrgang der Altersklasse und Nationalkämpferin wurde im Vorfeld direkt für die deutsche Meisterschaft nominiert und konnte in der Vorrunde alle Kontrahentinnen bereits nach kurzer Kampfzeit bezwingen. Lea-Marie startete unerschrocken in den Halbfinalkampf und bot der Favoritin im Standkampf ein beeindruckendes Duell auf Augenhöhe. Im Bodenkampf hingegen zeigte sich die Kontrahentin klar im Vorteil und setzte Lea-Marie immer wieder unter Druck. Nach zweieinhalb Minuten Kampfzeit musste sich Lea-Marie leider einem Haltegriff der Bayerin ergeben, unglücklicherweise verletzte sie sich hierbei am Ohr.

Nach medizinischer Versorgung startete Lea-Marie jedoch hochmotiviert in den Kampf um die Bronzemedaille und trat gegen Lilli Happe aus Pulheim an, ihres Zeichens Westdeutsche Meisterin und Nationalkämpferin. Durch eine Unachtsamkeit geriet die Ibbenbürenerin zwar direkt zu Beginn des Kampfes in Rückstand, jedoch dachte sie gar nicht daran, sich hiervon in die Defensive drängen zu lassen, und bereitete ihrer Kontrahentin einen schweren Kampf. Nach unzähligen starken Wurfansätzen gelang es ihr kurz vor Kampfende, eine Kontertechnik zu platzieren, jedoch wurde diese nicht gewertet. Lea-Marie verlor das sogenannte “kleine Finale” nach Ablauf der Kampfzeit und errang den fünften Platz. “Natürlich bin ich enttäuscht,” so Lea-Marie "Auch wenn ich nicht mit großen Erwartungen angereist bin, war der Medaillenrang zum Greifen nahe. Betrachtet man aber das Teilnehmerfeld, so kann ich in meiner Situation sehr zufrieden sein mit dem Gesamtergebnis. Die Saison ist noch lang und der Fokus liegt jetzt auf der Vorbereitung für die anstehenden internationalen Aufgaben.” Vater und Trainer Burhan Wallenhorst zeigte sich sehr zufrieden: “Für den derzeitigen Trainingsstand ist das ein Traumergebnis. Sie hat heute alles richtig gemacht. Die Gegnerin im Halbfinale war eine Nummer zu groß. Sicherlich wäre auch eine Medaille drin gewesen, aber nun heißt es: Aufstehen und weitermachen." Kommendes Wochenende startet Lea-Marie beim 30. Internationalen Thüringenpokal in Bad Blankenburg mit Teilnehmern aus über 17 Nationen.

Kampf um Platz 3 gegen Lillie Happe, Lea-Marie Wallenhorst im blauen Judogi
(Bild: Jonas Löffner)

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